Providing Perspectives – Preventing Violence

Professionelle offene Jugendarbeit als wirksame und wertvolle Grundlage für die Verhinderung von Rassismus, Extremismus und Gewalt

Basierend auf dem Prinzip der Offenheit sorgen Konzept, Angebot und Organisation von Dienstleistungen der Jugendarbeit für einen äußerst niedrigschwelligen Zugang für junge Menschen. In Freiräumen und unterstützenden Beziehungen, die auf dem Verständnis für die Lebenswelten junger Menschen basieren, können Angebote ohne Druck sofort zugänglich und ohne besondere Voraussetzungen oder Verpflichtungen geschaffen werden. Dies ermöglicht eine gute Grundlage für Jugendarbeiter/-innen, um junge Menschen zu erreichen, die für andere nicht mehr zugänglich sind. Solche Ansätze, die in der Jugendarbeit angewandt werden, schaffen ein geeignetes Umfeld, um professionelle Angebote der Extremismus- und Gewaltprävention unterbreiten zu können.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Bedeutung und Rolle der professionellen offenen Jugendarbeit als Grundlage für gewaltpräventive Aktivitäten bei der Unterstützung junger Menschen in ihrer Identitätsfindung und Gesellschaftsintegration herauszustellen.
Das Projekt wird bewährte Praktiken aus verschiedenen Ländern zusammenbringen und die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse von Jugendarbeiter/-innen analysieren, um Trainingsmodule zur Qualifizierung bestehender Methoden zu entwickeln und um neue Impulse zu setzen, wo diese nötig sind.

Deshalb sollen die Erfahrungen gewählter Beispiele zusammengebracht, erforscht und analysiert werden:

  • Was sind die Elemente, Grundsätze, Arbeitsnormen der professionellen offenen Jugendarbeit, die Projekte im Kontext der Extremismus- und Gewaltprävention erfolgreich machen?
  • Was ist der Unterschied zu anderen gemeinnützigen Bereichen?
  • Welches sind die Kernelemente der Jugendarbeit, die in besonderer Weise für die Auseinandersetzung mit politischer oder religiöser Radikalisierung tauglich sind?
  • Was sind Erfolgsfaktoren in diesem Kontext? Was ist davon auf andere Projekte und andere europäische Zusammenhänge übertragbar?

Neben den Grundlagen der Jugendarbeit sollen die Erfahrungen und Ideen von Jugendarbeiter/-innen gesammelt sowie Bedürfnisse für die Qualifizierung von Fachkräften herausgestellt werden. Unter Berücksichtigung dieser Forschungsergebnisse, der Praxisanalyse von Partnern und der Erfahrungen durch eine eigens entwickelte Weiterbildung innerhalb der Partnerschaft erhalten wir folgende Ergebnisse:

  • Forschungsbericht über Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen von Jugendarbeiter/-innen im Feld
  • Ein neues Curriculum für eine Weiterbildung von Jugendarbeiter/-innen, die auf Erfahrungen der best practise Projekte, auf den Bedürfnissen der Partner sowie deren Forschung und Analysen basiert
  • Empfehlungen zur Durchführung von Angeboten der Prävention von Rassismus / Extremismus und Gewalt in der professionellen offenen Jugendarbeit
  • Unterstützendes Informationsmaterial, das den spezifischen Nutzen der Durchführung von Angeboten der professionellen Jugendarbeit für politische Entscheidungsträger/-innen darstellt

Dieses Projekt ist eine Kooperation von Stichting JONG (Projektleader), bOJA, Donau-Uni KremsPOYWEUdruga ZamisliYouth Work Europe und dem FJB. Es wird dazu beitragen, professionelle Jugendarbeit in ihrer Wirksamkeit hinsichtlich gewalt- und extremismuspräventiver Ansätze herauszustellen und das Profil der Jugendarbeit gegenüber politischen Entscheidungsträger/-innen zu verschärfen. Das konkrete Schulungsmodul für Fachkräfte der Jugendarbeit wird die Qualität der Dienstleistungen für junge Menschen deutlich verbessern.

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