Erhebung zu politischen Interventionen in der Jugendarbeit

Die Universität Hamburg führt im Auftrag der BAG Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V. eine Erhebung zu politischen Interventionen im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit durch und bittet dabei um Unterstützung.

Seit Bestehen des Arbeitsfeldes sind Einrichtungen und Projekte der Offenen Kinder-und Jugendarbeit immer wieder auch Gegenstand von fachlichen und politischen Interventionen. Darunter fallen Einflussnahmen in Bezug auf die Gestaltung der Arbeit, Infragestellungen bestimmter Praktiken und Konzepte oder auch konkrete verbale Angriffe.

Hintergrund der Erhebung

Aktuell beziehen sich solche Interventionen zum Beispiel auf...

  • die Einhaltung politischer „Neutralität“,
  • bestimmte Zielgruppen und Angebote der Arbeit
  • oder Schlagwortewie „(Links)Extremismus“

Kritisiert werden fachliche Konzeptionen und Selbstverständnisse, bestimmte inklusionsorientierte Angebote, sozialräumliches Engagement und Positionierungen von Einrichtungen und Fachkräften oder vermeintliche Zugehörigkeiten der Besucher*innen. Diese Interventionen können unterschiedliche Folgen haben, zum Beispiel Mittelkürzungen und Einflussnahmen auf die Gestaltung der Arbeit. Auf Seiten der Fachkräfte können sie auch zu Verunsicherungen und Zweifeln führen.

Im Zusammenhang mit den politischen Erfolgen der AfD und ihrer gestiegenen parlamentarischen Präsenz haben solche Interventionen in den vergangenen Jahren offenbar an Dynamik gewonnen. Immer wieder erreichen uns dazu Berichte aus der Praxis. Neben dieser Partei finden sich auch weitere relevante Akteur*innen: andere Parteien und Wählervereinigungen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen sowie Behörden, die mit unterschiedlichen Zielen und Begründungen auf die Jugendarbeit einwirken.

Das Forschungsinteresse

Unsere, im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e.V. durchgeführte, Erhebung verfolgt vor diesem Hintergrund die Frage: Wie sind Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in den letzten fünf Jahren aufgrund ihrer fachlichen Praxis oder öffentlicher Positionierungen zum Gegenstand politisch begründeter Interventionen geworden.

Dabei gilt unser Interesse auch den Einschätzungen der Fachkräfte, ihren Umgangsweisen sowie möglichen Konsequenzen, die aus diesen Interventionen für die eigene Arbeit erwachsen.

Ziel der Erhebung ist die Sichtbarmachung der aktuellen Probleme und Herausforderungen im Arbeitsfeld und die Ermittlungvon daraus erwachsenen Bedarfen bei Fachkräften der Jugendarbeit.

Der beigefügte Fragebogen richtet sich an alle Mitarbeitenden in Einrichtungen bzw. Projekten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie auf Träger-, Verbands- oder Ebene einer Arbeitsgemeinschaft sowie Beschäftigte in (Landes)Jugendämtern. Wir bitten um Ihre Mithilfe, indem Sie den Fragebogen bearbeiten. Dies können Sie digital direkt in der Datei tun, wenn Sie diese mit dem Adobe Acrobat Reader öffnen.

Auf Grundlage der Rückmeldungen werden wir einen Bericht erstellen, der Mitte 2020 erscheinen soll. Die Darstellung der Befunde wird anonymisiert erfolgen, die Ergebnisse werden lediglich nach Bundesländern und Größe der Sozialräume aufgeschlüsselt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Erhebung zu politischen Interventionen in der Jugendarbeit Bild: andibreit / Pixabay