Mädchenprojekt aus Cottbus erhält Fonds-Preisgeld

Das Projekt „MiA - Mädchen in Aktion“ erhält für den Livestream „Untenrum“ den ersten Preis aus dem landesweiten Fonds „Rückhalt geben - Rückhalt haben“. Der Fachverband Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit Brandenburg e. V. zeichnet mit dem Fonds herausragende Projekte der Jugendarbeit aus, die jungen Menschen in besonderer Weise Unterstützung und Förderung während der Corona-Pandemie ermöglicht haben.

Am Freitag, dem 10.09.2021 übergaben Sebastian Müller, Geschäftsführer des Fachverbandes, und Ricarda Budke, jugendpolitische Sprecherin für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag und Mitglied der Jury, den Spendencheck in Höhe von 1.000,- EUR an Marlen Berg und Franziska Reifenstein. Die zwei Pädagoginnen des Frauenzentrum Cottbus e. V. entwickelten den Livestream im Frühjahr 2020, um Mädchen und jungen Frauen trotz der Kontaktbeschränkungen eine Austauschmöglichkeit zu sensiblen Fragen zu bieten.

„Während des Lockdowns haben unsere Nutzerinnen zahlreiche emotionale Berichte im Kontext von Beziehungen, Nähe und Intimität geäußert. Aus dieser Situation heraus haben wir einen interaktiven Livestream ins Leben gerufen, der sich mit den Themen auseinandersetzt“, so die Projektleiterin Marlen Berg.

Auf diese Weise gelang ein empathischer Umgang bei Fragen rund um Liebe und Sexualität. Die jungen Menschen, denen der direkte Austausch mit Freundinnen und Freunden sowie die Beratung durch Fachkräfte während der Kontaktbeschränkungen fehlte, schätzen vor allem die Möglichkeit, eigene Anliegen auch anonym stellen zu können. 

Mit ihrem Angebot erreicht das Mädchenprojekt, das von der Stadt Cottbus gefördert wird, nicht nur Mädchen und junge Frauen. „Schon nach kurzer Zeit haben uns Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen berichtet, dass sie den Livestream verfolgen“, erzählt Franziska Reifenstein. Der Livestream sei mittlerweile, unter anderem durch die Präsentation bei einem Online-Fachtag, auch in anderen Regionen des Landes bekannt.

Sebastian Müller bekräftigt die Bedeutung der Arbeit: „Es erfordert eine ganze Menge Mut, vor laufender Kamera über die Beziehungsfragen der jungen Menschen zu sprechen. Mit ihrer Livesendung waren die beiden auch Vorbild für andere Fachkräfte im Land Brandenburg, ähnliche Formate umzusetzen.“

Der Fachverband Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit Brandenburg e. V. sammelt seit Januar 2021 Spenden, um gelungene Projekte der Jugendarbeit im Land Brandenburg zu unterstützen. Noch bis Ende des Jahres können so Fachkräfte ausgezeichnet und gefördert werden, die mit kreativem Engagement den Kontakt und die Beziehung zu den jungen Menschen gehalten haben.

Mitglieder der Jury sind:

  • Kristy Augustin, jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg
  • Ricarda Budke, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Brandenburg
  • Hardy Lux, jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Brandenburg
  • Volker Rohde, Geschäftsführer der BAG Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V.
  • Isabell Vandre, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag Brandenburg

Weitere Informationen zum Fonds: www.fjb-online.de/rueckhalt.